Das Konzept

Ziel des Bürgerhauses ist die Stärkung des sozialen Miteinanders in Jemgum und damit auch ein Beitrag zur Belebung des historischen Dorfkerns.

Der Trägerverein arbeitet mit allen Interessierten an dem Konzept für das Haus. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kristallisieren sich vier Eckpunkte des künftigen Angebots heraus:

1. Kultur & Freizeit

a) Kulturtreff. Im Dorfkern gibt es bislang keine räumlichen Möglichkeiten für Kulturangebote (Konzerte, Lesungen, Vorträge o.ä.) mit einer Zielgruppe von 50-80 Besuchern. Gerade diese potenzielle Besuchergruppengröße würde es aber ermöglichen, auch finanziell darstellbare Kulturveranstaltungen in Jemgum durchzuführen.

b) Kulturhistorisches Archiv. Durch die langjährige kulturhistorische Arbeit des Heimat- und Kulturvereins sind eine große Zahl an historisch wertvollen Dokumenten zusammengetragen worden, die bislang privat und provisorisch untergebracht sind. Sie sind weder öffentlich zugänglich, noch gibt es einen angemessenen Raum, sie überhaupt systematisch zu archivieren. Im oberen Teil des Gebäudes sollen entsprechende Räumlichkeiten dafür zur Verfügung stehen. Die Zugänglichkeit, z.B. auch für Heimat- und Familienforscher, wird über ein ehrenamtliches Angebot gesichert. Angedacht sind ebenfalls daraus erwachsende Informationsangebote zur „Heimatkunde“, z.B. für Schulklassen, aber ggf. – z.B. im Sommer – auch für Touristen, ggf. auch regelmäßig in den Sommermonaten eine Multimediale Ausstellung zur Geschichte Jemgums.

c) Kommunales Kino. In der Gemeinde Jemgum gibt es kein Kino. Im Bürgerhaus soll – zunächst 1-2 mtl., Zielvorstellung 1x pro Woche, ggf. an einem festen Wochentag – ein Filmangebot gemacht werden. Bundesweit gibt es zahlreiche kommunale Kinos. Denkbar wären auch zielgruppenspezifische Angebote (z.B. für Senioren, für Kinder usw.).

d) Sportsbar. In Jemgum gibt es keine (regelmäßige, öffentlich zugängliche) Möglichkeit, Sportveranstaltungen, v.a. Fußball, gemeinsam/öffentlich im Fernsehen zu verfolgen. Das hier angestrebte öffentliche, aber nicht-kommerzielle Angebot würde die Übertragung von Fußballspielen sowie weiterer Sportveranstaltungen (Segeln, Leichtathletik, Tennis usw.) ermöglichen.

e) Weitere organisierte Freizeitangebote (z.B. Computerclub 50+, Kochkurs für Jugendliche; Anlage und Pflege eines „Bürgergartens“ u.a.m.)

2. Beratung, Information und Weiterbildung

Beratung / Information: Regelmäßig wechselnde Beratungs-/Informationsangebote für Bürgerinnen und Bürger (durchführt durch entsprechende Fachinstitutionen). Hierfür wird im Gebäudes ein großzügiges, freundliches „Beratungsbüro“ geschaffen, dass zu festgelegten Zeiten von unterschiedlichen Anbietern genutzt werden kann, um Beratungs-/ Informationsangebote zu machen,

a) zu sozialen Fragen, zum Beispiel eine unabhängige Sozialberatung, eine Schuldnerberatung, Beratungsangebote für Migratinnen und Migranten u.a.m.,

b) zu allgemein interessierenden Fragen, zum Beispiel Energieberatung.

Darüber hinaus können die Räume für Veranstaltungen der Fort- und Weiterbildung genutzt werden (ggf. VHS, aber auch durch Vereine/Verbände wie Rotes Kreuz, Landfrauen, o.ä.). Auch hier ist die unmittelbare Nähe zur Seniorenwohnanlage ein möglicher Vorteil gegenüber anderen Orten, um dort lebende Senioren stärker einzubinden. Auch Angebote in Kooperation mit dem Seniorenzentrum sind sehr gut vorstellbar (für die Senioren selber, aber z.B. auch für Angehörige von Demenzkranken u.a.m.).

3. Nachbarschaftshilfe

Ausgehend von dem früheren Angebot der Kleiderkammer in Jemgum soll ein Angebot geschaffen werden, das Second-Hand-Güter des täglichen Bedarfs anbietet. Dabei soll nicht der Aspekt der „Hilfe für Arme“ im Vordergrund stehen, sondern – ähnlich dem Konzept von „Flohmärkten“ und dem traditionell in Dörfern stark verankerten Gedanken der Nachbarschaftshilfe – der Gedanke des privaten Teilens, Tauschens, Weitergebens von Gütern, die nicht mehr gebraucht werden. Zielgruppe sind damit nicht nur sozial schwache, sondern alle Bürger*innen. Da damit auch die Probleme von Stigmatisierung umgangen werden („Da kann ich nicht hingehen, was sollen die Leute denken…“), würde ein solches Angebot der sozialen Inklusion dienen und Ausgrenzung vorbeugen, ohne den sozialen Charakter zu verlieren.

4. Bürgertreff aktiv (selbstorganisiert)

Es gibt viele Gründe, weshalb Bürgerinnen und Bürger sich gelegentlich oder regelmäßig treffen möchten. Der Bürgertreff soll hier geeignete Räume verfügbar halten. Hier nur einige wenige denkbare Beispiele:

  • Mütter-Kleinkinder-Kreis (Krabbelgruppe), in dem sich Mütter einmal wöchentlich vormittags zwanglos treffen können
  • Arbeitsgruppen (AGs) von Jugendlichen
  • Selbsthilfegruppen
  • Übungsraum für Chöre oder Theatergruppen
  • und vieles andere mehr.

Noch einmal: Dies sind konzeptionelle Ideen, die dem Rat der Gemeinde für die Entscheidungsfindung vorgelegt wurden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an der weiteren Gestaltung des Angebots mitzuwirken!