Das Alte Amtshaus ist ein denkmalgeschütztes, historisches Gebäude im Ortskern von Jemgum. Seit Oktober 2017 ist es (wieder) im Besitz der Gemeinde Jemgum.
Historischer Hintergrund: Nach dem Wiener Kongress 1814/15 musste Preußen Ostfriesland an das Königreich Hannover abtreten. Um den Bürgern lange Wege zur Verwaltung nach Emden zu ersparen, wurde das Amt Jemgum eingerichtet, das für 18 Ortschaften im nördlichen Rheiderland zuständig war. Der Amtsbezirk war deutlich größer als die heutige Gemeinde Jemgum. Das Amt nahm am 24.6.1817 seine Arbeit auf – also vor ziemlich genau 200 Jahren! Neben dem Amtmann waren neun Personen mit den verschiedenen Verwaltungsaufgaben beschäftigt.
Als erstes Amtsgebäude diente bis 1831 ein haus schräg gegenüber der Waage. Im Mai 1832 zog die Verwaltung in das – damals – neue Amtshaus ein. Im Gebäude waren nicht nur verschiedene Amtsstuben enthalten, sondern auch ein kleiner Gefängnisraum. Noch heute ist an der rückwärtigen Seite ein vergittertes Fenster zu sehen, dahinter befindet sich die – noch erhaltene – Gefängniszelle.
Nach Aufhebung des Amts 1859 wurde hier ein Gasthaus (Armenhaus) eingerichtet. Von 1887 bis 1935 wurde im Haus auch eine gewerbliche Fortbildungsschule der Handwerkerinnung betrieben.
Unser Lokal- und Regionalforscher Gerd Kronsweide hat schon vor 15 Jahren einen lesenswerten Artikel zum Thema in „dit un dat“ geschrieben, (siehe pdf-Datei).
Kronsweide 2003 Amtshaus dit un dat 42
